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Arbeitgeberabgaben: Das musst du kennen

Erfahre, welche Abgaben du als Arbeitgeber entrichten musst und wie du Fristen sicher einhältst.

12 Min Anfänger Februar 2026
Frau im Büro arbeitet an Finanzdaten und Lohnunterlagen für Arbeitgeberabgaben

Warum Arbeitgeberabgaben wichtig sind

Als Arbeitgeber bist du verpflichtet, bestimmte Sozialversicherungsbeiträge für deine Mitarbeiter zu zahlen. Das ist keine optionale Leistung — es ist gesetzlich vorgeschrieben. Wir zeigen dir, welche Abgaben anfallen, wie hoch sie sind und wie du die Übersicht behältst.

Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen ist das gar nicht kompliziert. Du brauchst nur zu verstehen, welche Beiträge wann fällig werden und wie du sie korrekt berechnest.

Schreibtisch mit Dokumenten und Taschenrechner für Lohnabrechnung

Die wichtigsten Arbeitgeberabgaben im Überblick

Es gibt fünf Hauptkomponenten, die du als Arbeitgeber tragen musst.

Krankenversicherung

Etwa 7,3% des Bruttogehalts zahlst du für die Krankenversicherung. Das ist eine der größten Positionen in deinen Abgaben.

Pflegeversicherung

Hier zahlst du rund 1,7% des Bruttogehalts. Kinderlose Mitarbeiter über 23 Jahren: +0,25%.

Rentenversicherung

Die Rentenversicherung kostet dich etwa 18,6% des Bruttogehalts. Das ist dein größter Kostenblock.

Arbeitslosenversicherung

Hier fällt etwa 1,6% des Bruttogehalts an. Zusammen mit dem Arbeitnehmeranteil beträgt der Gesamtsatz 3,2%.

Unfallversicherung

Die Beiträge variieren je nach Branche und Risiko. Du zahlst diese komplett — der Arbeitnehmer trägt keinen Teil.

Insgesamt etwa 30-33%

Wenn du alle Beiträge zusammenrechnest, liegt dein Arbeitgeberanteil zwischen 30% und 33% des Bruttogehalts.

Mann arbeitet mit Taschenrechner und Spreadsheet an Lohnberechnungen

So berechnest du deine Abgaben richtig

Die Berechnung ist einfacher, als viele denken. Du nimmst das Bruttogehalt deines Mitarbeiters und multiplizierst es mit den Prozentsätzen. Das Ergebnis sind deine Arbeitgeberabgaben.

Beispiel: Mitarbeiter verdient 3.000 Euro brutto im Monat

  • Krankenversicherung: 3.000 7,3% = 219 Euro
  • Pflegeversicherung: 3.000 1,7% = 51 Euro
  • Rentenversicherung: 3.000 18,6% = 558 Euro
  • Arbeitslosenversicherung: 3.000 1,6% = 48 Euro
  • Unfallversicherung: ca. 30-50 Euro (je nach Branche)

Gesamtabgaben: etwa 906-926 Euro pro Monat

Das bedeutet: Bei einem 3.000-Euro-Gehalt zahlst du zusätzlich etwa 900 Euro pro Monat als Arbeitgeber. Manche Unternehmen vergessen das und wundern sich später über die Kosten.

Wichtige Fristen, die du nicht verpassen darfst

Pünktlichkeit ist beim Thema Sozialversicherung nicht verhandelbar. Es gibt klare Fristen, die du einhalten musst.

01

Lohnsteuer und Sozialversicherung

Fällig: Bis zum 10. des Folgemonats — Das ist deine Hauptfrist. Die Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge müssen spätestens zum 10. des nächsten Monats auf dem Konto des Finanzamts sein. Verspätung kostet dich Strafzinsen.

02

Anmeldung zur Sozialversicherung

Fällig: Spätestens 3 Tage vor Arbeitsbeginn — Wenn du einen neuen Mitarbeiter einstellst, musst du ihn anmelden. Das machst du elektronisch über die Krankenkasse oder einen Steuerberater.

03

Jahresabschluss und Steuererklärung

Fällig: Bis 31. Mai des Folgejahres — Deine Einkommensteuererklärung mit allen Lohndaten muss bis zum 31. Mai eingereicht sein (wenn ein Steuerberater arbeitet: bis 31. August).

Die häufigsten Fehler und wie du sie vermeidest

Es gibt ein paar typische Fehler, die Arbeitgeber immer wieder machen. Mit ein bisschen Aufmerksamkeit lassen sie sich leicht vermeiden.

Fehler: Falsche Beitragssätze verwenden

Viele nutzen veraltete Prozentsätze. Die Beitragssätze ändern sich jährlich! Überprüfe im Januar die aktuellen Sätze. Es reicht nicht, einfach vom Vorjahr abzuschreiben.

Fehler: Zahlungen zu spät überweisen

Der 10. des Monats ist keine Empfehlung — das ist eine harte Deadline. Verspätete Zahlungen führen zu Mahngebühren und Strafzinsen. Überweise lieber am 5., damit du auf der sicheren Seite bist.

Fehler: Neue Mitarbeiter nicht anmelden

Das ist eine ernsthafte Ordnungswidrigkeit. Jeder Mitarbeiter muss angemeldet werden, auch geringfügig Beschäftigte. Die Krankenkasse schickt dir eine Bestätigung — bewahre diese auf.

Fehler: Keine Reserve für Sonderzahlungen

Wenn du Weihnachtsgeld oder Bonus zahlst, fallen auch hier Arbeitgeberabgaben an. Viele vergessen das und haben dann nicht genug Geld. Kalkuliere diese Kosten ein.

Person studiert Fehler in Dokumenten mit rotem Stift und Lupe

Zusammenfassung: Dein Aktionsplan

Mit diesen Schritten hast du die Kontrolle über deine Arbeitgeberabgaben.

Schritt 1: Aktualisiere deine Beitragssätze jeden Januar. Notiere dir die fünf Hauptabgaben.
Schritt 2: Berechne die Abgaben für jeden Mitarbeiter monatlich. 30-33% Aufschlag auf das Bruttogehalt ist ein guter Richtwert.
Schritt 3: Überweise deine Zahlungen bis zum 10. des Folgemonats. Nutze einen Kalender oder eine Checkliste.
Schritt 4: Melde neue Mitarbeiter spätestens 3 Tage vor Arbeitsbeginn an.
Schritt 5: Konsultiere einen Steuerberater, wenn du unsicher bist. Die Investition lohnt sich.

Mit dem richtigen System ist das alles überhaupt nicht kompliziert. Viele Unternehmer nutzen Buchhaltungssoftware oder einen Steuerberater, um die Abgaben automatisch zu berechnen. Das spart Zeit und reduziert Fehler erheblich.

Hinweis

Die Informationen in diesem Artikel sind zu Bildungszwecken bestimmt und ersetzen keine professionelle Beratung. Die Beitragssätze können sich ändern und unterscheiden sich möglicherweise nach Region und Branche. Für deine spezifische Situation konsultiere bitte einen Steuerberater oder kontaktiere die zuständige Krankenkasse.